Mai 2010 – Liebesorakel vom Venusberg: Gewöhnliche Robinie
Die meisten von uns nennen den Baum „Akazie“, obwohl er mit den richtigen Akazien nur entfernt verwandt ist. Die kommen nämlich in Afrika und Australien vor und gehören zu den Mimosengewächsen. Unser Baum dagegen ist ein Schmetterlingsblütler, so wie Ginster, Klee und Lupine. Er heißt deshalb Falsche Akazie, Scheinakazie oder besser Gewöhnliche Robinie (Robinia pseudoacacia).

Vier etwa 30-jährige Robinien auf dem Verteilerkreis Eduard-Otto-Straße/Bonner Talweg, Foto: Günter Matzke-Hajek
Der unzutreffende Name hält sich aber hartnäckig. So steht auch der Honig, der aus dem Nektar von Robinien gewonnen wird, als „Akazienhonig“ im Regal.
Am Kessenicher Venusberghang sind Robinien ein vertrauter Anblick, sowohl im Wald um die Rosenburg als auch entlang der Graf-Stauffenberg-Straße oder bei den letzten Häusern der Gregor-Mendel-Straße. Zusätzlich wurden sie neben Gehsteige und in Vorgärten gepflanzt.
Robinien stammen aus Nordamerika und wurden seit dem 18. Jahrhundert bei uns kultiviert, anfangs als Ziergehölze, später als Bienenweide und raschwüchsige Holzquelle. Besonders in Gebieten mit Weinbauklima sind sie verwildert und heute ein fester Bestandteil der Vegetation. Die Winzer stellten aus den Stämmen ihre Rebpfähle her. Neuerdings werden Robinien gern zu Gartenmöbeln verarbeitet, denn ihr Holz ist außerordentlich dauerhaft.
Noch eine „Nutzung“ dürfen wir keinesfalls vergessen. Das Abzupfen der Fiederblättchen gilt als Liebesorakel, ähnlich wie bei den Zungenblüten einer Margerite: „Sie liebt mich – von Herzen – mit Schmerzen – über alle Maßen – kann‘s gar nicht lassen – ein klein wenig – gar nicht. – Sie liebt mich …“ u.s.w. Wenn es auf die letzten Blättchen zu geht und das Wunschergebnis gefährdet erscheint, wird der Spruch einfach gekürzt oder erweitert.
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Umgangssprachlich „Schoten“, botanisch korrekt „Hülsen“ – bei der Robinie bleiben sie den Winter über hängen.
Farbbild: Vier etwa 30-jährige Robinien auf dem Verteilerkreis Eduard-Otto-Straße/Bonner Talweg
- Weiterer Standorte: August-Bier-Straße 17; Erftweg 36; Franz-Lohé-Straße 32; Hausdorffstraße gegenüber Nr. 23 und 29; Julius-Plücker-Straße 13; Lotharstraße gegenüber Nr. 17, beiderseits des Bunkers und bei den Häusern Nr. 108, 124 und 161; Böschung der Reuterbrücke; Rheinweg 79
- Hier können Sie eine Übersicht unseres kompletten Kalenders für das Jahr 2010 einsehen.
- Die Idee zu unserem diesjährigen Kalender sowie die Fotos und Texte stammen von Günter Matzke-Hajek, sein Bruder Dieter Matzke kümmerte sich um Form und Gestaltung.



Am 2. Mai 2010
[...] Dieser Eintrag wurde auf Twitter von Apo Hausdorffstrasse erwähnt. Apo Hausdorffstrasse sagte: Der Liebesorakel vom Venusberg, die Gewöhnliche Robinie oder falsche Akazie – http://bit.ly/d7Zfyr. Einen schönen Tanz in den Mai! [...]