Juni 2010 – Goldenes Konfetti: Lederhülsenbaum

Der Pausenhof der Nikolausschule ist nicht der einzige Kessenicher Wuchsort des Lederhülsenbaums (Gleditsia triacanthos), aber vor der denkmalgeschützten Turnhalle aus dem Jahr 1908 sind seine Zweige besonders fotogen.

Lederhülsenbaum Nikolausschulhof Pützstraße 12

Der Häufungsschwerpunkt dieses dekorativen und interessanten Exoten ist die Pützstraße zwischen Burbacher Straße und Hausdorffstraße. Erstaunlicherweise ist die Art bei Anliegern, Geschäftsleuten und Kunden dennoch fast unbekannt. Die wenigsten wissen, unter oder neben welchen Gehölzen sie seit vielen Jahren wohnen, werben und wandeln.

Für die schmale Einkaufsstraße sind die Bäume gut gewählt, denn ihre Kronen aus filigranem Laub lassen viel Licht durch und verbreiten ein südliches Flair. Selbst im Hochsommer bilden sie nur einen dezenten gelbgrünen Baldachin. Im Herbst sind die einfach oder doppelt gefiederten Blätter dann nicht mehr zu übersehen, auch nicht für den, der eher auf seine Füße als in den Himmel guckt. Ab September nämlich lässt jeder Windstoß die goldgelb verfärbte Pracht herunterrieseln und treibt sie wie Konfetti über das Pflaster. Von dieser Jahreszeit an fallen auch die ledrig braunen Hülsen auf, die meist schraubig gekrümmt sind und namengebend waren. Die weiblichen Blüten, aus denen sie hervorgegangen sind, nehmen wir kaum wahr. Sie entwickeln sich im Juni, sind klein und sitzen gedrängt in fingerlangen hellbraunen Trauben.

Die bizarren Dornen des Lederhülsenbaum in der Pützstraße

Bis zum Sommer 2009 trug der Lederhülsenbaum in der Pützstraße 38 noch seine bizarren Dornen.

Im Deutschen heißt die Art auch Amerikanische Gleditschie oder Falscher Christusdorn. Der letztgenannte Name spielt auf die kräftigen, verzweigten Dornen an, welche an Stamm und Ästen sitzen können. Bei Straßenbäumen werden sie meist abgenommen, um Verletzungen vorzubeugen.

  • Farbbild: Nikolausschulhof Pützstraße 12
  • Weitere Standorte: Burbacher Straße 202; hinter der Hausdorffstraße 170; Oskar-Walzel-Straße, am Böschungsfuß der Reuterbrücke; Pützstraße zwischen Burbacher Straße und Hausdorffstraße
  • Hier können Sie eine Übersicht unseres kompletten Kalenders für das Jahr 2010 einsehen.
  • Die Idee zu unserem diesjährigen Kalender sowie die Fotos und Texte stammen von Günter Matzke-Hajek, sein Bruder Dieter Matzke kümmerte sich um Form und Gestaltung.

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