Mai 2012 – Die spinnen, die Raupen: Schwarze Maulbeere

Vorläufig sind die Maulbeerbäume (Morus nigra) am Rand der Wiese zwischen Loeschckestraße und Erftweg noch ein echter Geheimtipp. Jahr für Jahr fallen geschätzte 80% der reifen Früchte ungenutzt ins Gras. Nur den kleinsten Teil holen sich Kenner der Materie.

April 2012 – Kessenicher Kirschcocktail: Süßkirsche und Japanische Blütenkirsche

In der Franz-Bücheler-Straße steht ein ungewöhnlicher Kirschbaum. Mit seinen dichten weißen Blütenbüscheln gibt er sich Anfang April als Süßkirsche, genauer, als Herzkirsche (Prunus avium subsp. juliana) zu erkennen. Um die Monatsmitte entfalten sich dann aber plötzlich auch pinkfarbene glockige Blüten in seiner Krone.

März 2012 – Entscheidung … schon gefällt, Myrobalane?

Was für ein Name, was für eine Blütenpracht – und was für ein Jammer, dass die 19 Bäume gefällt werden sollen. Wenn der beschlossene Terminplan eingehalten wird, ist dieses Kalenderbild bereits ein Nachruf. Seit 50 Jahren zaubern die Bäume jedes Frühjahr ein transparentes rosa Dach über die August-Bier-Straße.

Februar 2012 – Nochmal zur Schule gehen: Kornelkirsche

Die Kornelkirsche (Cornus mas) gehört zu den Hartriegelgewächsen und ist mit den Kirschbäumen nicht verwandt. Ihre roten Steinfrüchte reifen erst ab August, also deutlich später als Kirschen und sie haben eher die Form von Oliven. Die meisten Kornelkirschensträucher in Deutschland dürften gepflanzt sein, es gibt aber auch wildwachsende Vorkommen, besonders in den warmen Lagen Süddeutschlands.

Januar 2012 – Heuschnupfen zu Neujahr: Hasel

Unter allen einheimischen Gehölzen blüht der Haselstrauch (Corylus avellana) als erster. Ein paar laue Januartage reichen, dass sich die wurmförmigen Kätzchen mit den Pollenblüten strecken und bei jedem Windstoß gelbe Wölkchen von Blütenstaub ausschütten. Die Pflanze richtet sich allerdings nicht nach dem Kalender.

Dezember 2011 – Auf den Leim gegangen: Mistel

Unsere germanischen Vorfahren dachten, die gelbgrünen Kugelbüsche seien vom Himmel in die Baumkronen gefallen. Bis heute betrachten viele Menschen die Mistel mit Ehrfurcht und trauen ihr besondere Schutzkräfte zu. Auch der Kuss unter dem vorweihnachtlichen Mistelzweig steht in dieser Tradition.

Kalender 2012: Obstgehölze im Bonner Süden

Je näher der Winter rückt, desto häufiger fragt man uns in der Apotheke nach dem neuen Kalender für das Jahr 2012. Ein weiteres Meisterstück botanischer Erzählkunst ist fertiggestellt und es ist uns eine große Freude, Ihnen einen kleinen Ausblick auf den Kalender präsentieren zu können.

November 2011 – Ein standhaftes Fräulein: Jungfernrebe

Laubfrosch und Gecko haben sie an den Füßen und können damit ebenfalls senkrechte Flächen hochgehen: Haftscheiben. Bei der Dreispitzigen Jungfernrebe (Parthenocissus tricuspidata) sind die Kletterorgane aus verzweigten Ranken entstanden. Eine Stütze braucht sie also nicht.

Oktober 2011 – Geschickt eingefädelt: Schlingknöterich

So genannte Ampelpflanzen sind bei vielen Zimmergärtnern beliebt. Statt Grünlilie oder Leuchterblume auf die Fensterbank zu stellen, hängt man den Blumentopf in Kopfhöhe hinter der Scheibe auf und erfreut sich am baumelnden Blattwerk.

September 2011- In Kessenich verwurzelt: Echte Weinrebe

„Ich hatte in Kessenich eine kleine Bauernwirthschaft entdeckt, wo man guten Wein und Butterbrot billig haben konnte“, schwärmte August Heinrich Hoffmann von Fallersleben in seinen Lebenserinnerungen. Der Dichter des Deutschlandliedes hat von 1819 bis 1821 in Bonn studiert und spazierte regelmäßig nach Kessenich.


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