Dezember 2011 – Auf den Leim gegangen: Mistel

Unsere germanischen Vorfahren dachten, die gelbgrünen Kugelbüsche seien vom Himmel in die Baumkronen gefallen. Bis heute betrachten viele Menschen die Mistel mit Ehrfurcht und trauen ihr besondere Schutzkräfte zu. Auch der Kuss unter dem vorweihnachtlichen Mistelzweig steht in dieser Tradition.

Kalender 2012: Obstgehölze im Bonner Süden

Je näher der Winter rückt, desto häufiger fragt man uns in der Apotheke nach dem neuen Kalender für das Jahr 2012. Ein weiteres Meisterstück botanischer Erzählkunst ist fertiggestellt und es ist uns eine große Freude, Ihnen einen kleinen Ausblick auf den Kalender präsentieren zu können.

November 2011 – Ein standhaftes Fräulein: Jungfernrebe

Laubfrosch und Gecko haben sie an den Füßen und können damit ebenfalls senkrechte Flächen hochgehen: Haftscheiben. Bei der Dreispitzigen Jungfernrebe (Parthenocissus tricuspidata) sind die Kletterorgane aus verzweigten Ranken entstanden. Eine Stütze braucht sie also nicht.

Oktober 2011 – Geschickt eingefädelt: Schlingknöterich

So genannte Ampelpflanzen sind bei vielen Zimmergärtnern beliebt. Statt Grünlilie oder Leuchterblume auf die Fensterbank zu stellen, hängt man den Blumentopf in Kopfhöhe hinter der Scheibe auf und erfreut sich am baumelnden Blattwerk.

September 2011- In Kessenich verwurzelt: Echte Weinrebe

„Ich hatte in Kessenich eine kleine Bauernwirthschaft entdeckt, wo man guten Wein und Butterbrot billig haben konnte“, schwärmte August Heinrich Hoffmann von Fallersleben in seinen Lebenserinnerungen. Der Dichter des Deutschlandliedes hat von 1819 bis 1821 in Bonn studiert und spazierte regelmäßig nach Kessenich.

August 2011 – Goethes Firewall: Klettertrompete

Von Goethes Dramen und Versen hat jeder schon gehört. Weniger bekannt sind die botanischen Studien, die der große Dichter verfasste. So hat er im Alter von 79 Jahren einen Aufsatz über die Amerikanische Klettertrompete (Campsis radicans) geschrieben, die damals noch zur Gattung Bignonia gerechnet wurde.

Juli 2011 – Im Zeichen der Burg: Kletterrose

Früher war die Rosenburg die richtige Adresse für Kletterrosen-Freunde. Alte Reiseführer rühmen das 1831 erbaute Anwesen von Professor Georg August Goldfuß als ein „Schlößchen in altem Styl, das von Rosen und Reben umkränzt ist“. Heute empfiehlt sich eher ein Spaziergang zur Lotharstraße 143.

Juni 2011 – Vitamin C wie … China: Kiwi

In ihrer chinesischen Heimat heißt sie Mihoutao, zu Deutsch Affen-Pfirsich. Die Schlingpflanze, die hohe Bäume und Felsen überzieht, wurde früher nicht angebaut, man sammelte nur die behaarten Beeren und nutzte sie als Wildobst und Medizin.

Mai 2011 – Ich war eine Dose: Pfeifenwinde

Blöde Sprayer, dachten Nana und Elmar Schumacher, als an ihrem Haus in der Burbacher Straße eines Tages ein hässliches Graffito prangte. Das Zeichen nur zu übermalen würde den anonymen Künstler vielleicht ermuntern, erneut zur Dose zu greifen. Also setzten die Schumachers nach dem Neu-Anstrich eine Pflanze an den Mauerfuß und brachten eine Kletterhilfe an.

April 2011- Verdreht einfach alles: Blauregen oder Glyzine

Unter den im 19. Jahrhundert aus Asien importierten Kletterpflanzen ist der Blauregen der Star. Die verschwenderische Fülle duftender blauer Blüten und das hellgrüne Laub werten Fassaden jeden Alters und jeden Baustils auf.


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