August 2010 – Mini-Elefanten vor der Schule: Kaukasische Flügelnuss

Kaukasische Flügelnuss in der Usenerstraße

Als in Kessenich in den 1950er Jahren Wohnraum gebraucht wurde – Bundesregierung und Ministerien mussten schließlich viele neue Beschäftigte unterbringen –, entstanden zahlreiche Reihenhäuser, sowohl im Dreieck zwischen Bonner Talweg, Reuter- und Lotharstraße als auch an der Karl-Barth-Straße (damals Germanenstraße) und ihren Abzweigungen.

Zeitgleich wurden Dutzende von Laubbäumen gepflanzt, um die Freiflächen zwischen den Neubauten zu begrünen. Neben Silberahorn, Platane und Rosskastanie kam dabei auch die Flügelnuss zu Ehren. Die großen gefiederten Blätter haben ein wenig Ähnlichkeit mit denen einer Esche. Das fanden auch die Botaniker, welche die Art klassifizierten. Sie nannten den Baum, der zur Familie der Walnussgewächse gehört, zunächst Eschenblättrige Flügelnuss (Pterocarya fraxinifolia). Später zog man die Herkunft für den Namen heran: Der Kaukasus ist der Gebirgszug zwischen dem Schwarzen und dem Kaspischen Meer.

Wenn sie nicht fruchtet, kann man die Flügelnuss leicht mit dem aus China stammenden Drüsigen Götterbaum (Ailanthus altissima) verwechseln, denn auch der besitzt große, gefiederte Blätter. Die Fiederblättchen des Götterbaums sind allerdings deutlich gestielt, während sie bei den Flügelnussbäumen unmittelbar an der Blattachse sitzen. Auch die Stämme sehen unterschiedlich aus: tief rissig bei der Flügelnuss, glatt mit helleren Längsstreifen beim Götterbaum.

Kaukasische-Flügelnuss-Früchte in Kessenich

Töröö, Töröö! Die Früchte des Flügelnussbaums sehen wie kleine Elefantenköpfe aus. Sie hängen in langen Ketten von den Zweigen.

In zwei Straßen stehen beide Arten Seite an Seite und lassen sich direkt vergleichen: neben dem Haus Renoisstraße Nr. 10 und an der Ecke Franz-Bücheler-Straße/Karl-Barth-Straße; dort verschränken sich sogar die beiden Kronen.

  • Farbbild: Usenerstraße 1
  • Weitere Flügelnuss-Standorte: Graf-Galen-Straße 16; Karl-Barth-Straße am Eingang der Erich-Kästner-Schule; Karl-Barth-Straße/Ecke Gierenweg; Usenerstraße hinter Nr. 9 und 13, gegenüber und hinter Nr. 5
  • Weitere Götterbaum-Standorte: August-Bier-Straße gegenüber Nr. 3; Bergstraße 6; Bonner Talweg 161, 177, 184-198; Eduard-Otto-Straße am Eingang zur Theodor-Litt-Schule; Franz-Lohé-Straße 1; Graf-Galen-Straße zwischen Nr. 13 und 15; Karl-Barth-Straße 48; Lotharstraße 23; Luisenstraße 69 und 125; Rheinweg 86 und 119
  • Hier können Sie eine Übersicht unseres kompletten Kalenders für das Jahr 2010 einsehen.
  • Die Idee zu unserem diesjährigen Kalender sowie die Fotos und Texte stammen von Günter Matzke-Hajek, sein Bruder Dieter Matzke kümmerte sich um Form und Gestaltung.

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