April 2010 – Hörst Du nicht die Glocken: Kaiser-Paulownie
Würden in Kessenich fernöstliche Sitten herrschen, wären die wenigen vorhandenen Blauglockenbäume oder Kaiser-Paulownien (Paulownia tomentosa) vermutlich schon gefällt und zu Wäscheschränken verarbeitet worden.
Andererseits dürften wir uns über viele junge Exemplare dieser Spezies freuen. Nach chinesischer Tradition nämlich wird der Baum anlässlich der Geburt einer Tochter gepflanzt und bei ihrer Verlobung gefällt. Pünktlich zur Hochzeit steht dann ein Möbel für die Aussteuer bereit, hergestellt aus dem Holz des ganz persönlichen „Kiri“.
Die Blüte des Blauglockenbaumes sollte man keinesfalls versäumen. Dafür muss man nur von der Friedenskirche kommend die Karl-Barth-Straße überqueren und im Gierenweg rechts hinter dem Eckhaus auf die Grünfläche gehen. Eine zweite Paulownie steht im Privatgarten hinter dem Haus Karthäuserstraße 18. Von der Straße her ist sie kaum zu sehen und auch auf dem schmalen Fußweg, der zwischen den Hausnummern 20 und 22 zum Kuhpfad hinter den Hanggrundstücken führt, verrenkt man sich noch den Hals. Einfacher ist es da, man wartet auf den „Tag der offenen Gartenpforte“ im Frühjahr und macht den Hausbesitzern seine Aufwartung. Schon viele Kessenicher haben die Gelegenheit genutzt, den außergewöhnlichen Garten von Karen-Maria und Jost Brökelmann zu besichtigen.
Die Erwähnung eines dritten Exemplars Im Weidengarten 16 ist leider ein Nachruf. 35 Jahre lang wuchs und blühte eine Paulownie im Garten von Familie Langen, dann kränkelte sie und starb 2008 ab. Ursache war vermutlich der Hallimasch, ein Pilz, der auch lebende Holzgewächse parasitiert. Er hatte die Wurzeln angegriffen und die Saftbahnen des Baumes zerstört.

Schon im Herbst stehen die Knospen für die nächste Saison bereit. Rechts die geleerten Fruchtkapseln vom vergangenen Jahr.
- Farbbild: hinter Karl-Barth-Straße 61
- Weiterer Standort der Kaiser-Paulownie in Kessenich: hinter Karthäuserstraße 18
- Hier können Sie eine Übersicht unseres kompletten Kalenders für das Jahr 2010 einsehen.
- Die Idee zu unserem diesjährigen Kalender sowie die Fotos und Texte stammen von Günter Matzke-Hajek, sein Bruder Dieter Matzke kümmerte sich um Form und Gestaltung.



